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gespräche und interviews

Donnerstag, 21. September 2006

Offenburger Tageblatt / Mittelbadische Presse.

Claudia Ramsteiner


Wie aufdringlich erleben Sie Ihre Popularität?


José F. A. Oliver: „Populär“ ist wahrscheinlich nicht das adäquate Wort, um dem öffentlichen Leben eines Dichters in der heutigen Zeit näher zu kommen. Wenn Sie meine zunehmende Bekanntheit als Schriftsteller meinen, die scheue ich nicht. Sie lässt mich ja überleben und motiviert mich immer wieder zu neuen Taten.


Was haben die Leute an Ihnen auszusetzen?


Oliver: Das müssten Sie zunächst „die Leute“ fragen.


Was können Sie nicht ausstehen?


Oliver: Bisweilen mein nervenstrapazierendes oliversches Zeitverständnis der Uhr.


Wo würden Sie gerne leben?


Oliver: Ich lebe schon dort, wo ich gerne lebe: Hier in Hausach im Schwarzwald.

Was ist für Sie Stress?

Oliver: Ein Begriff, der leider inflationär verwendet wird und den ich für mich und meinen Alltag ganz bewusst nicht zulasse. Ich habe allenfalls viel oder zuviel Arbeit.


Wie bauen Sie Stress ab?


Oliver: Da ich das Gefühl und den Gedanken „Stress“ - soweit ich es beeinflussen kann - nicht an mich ziehe, bin ich davor gefeit, ihn abbauen zu müssen.


Was bringt Sie ins seelische Gleichgewicht?


Oliver: Die Zuneigung meiner Freunde und immer wieder die Gedichte Friederike Mayröckers.

Wie lösen Sie Konflikte?

Oliver: Da ich der Sprache traue, befürworte ich das Gespräch.


Glauben Sie an Gott und an ein Leben nach dem Tod?


Oliver: Ja. Das Evangelium ist für mich Ursprung und Ziel meiner Seinsvorstellung. Die Passion identifiziert den Menschen (auch in Sprache)...Allein schon die drei wesentlichen Sätze der letzten Stunden Jesu versinnbildlichen es: „Herr, laß diesen Kelch an mir vorübergehen.“. Dann „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“ und „In Deine Hände empfehle ich meinen Geist!“. Aus der kreatürlichen Menschenangst in die gottverlassene Einsamkeit geworfen, um annehmen zu können, was Leben ist.

Wie oft waren Sie ernsthaft verliebt?

Oliver: Meiner Definition nach war ich nie ernsthaft verliebt. Eher maitriebig verschossen. Wiewohl ich einige wenigschöne Male ernsthaft geliebt habe...

Wozu können Sie am schwersten nein sagen?

Oliver: Wenn mich jemand um einen Text bittet, auch wenn ich keine Zeit habe.

Wem vertrauen Sie?

Oliver: Meiner Familie, meinen Freunden und mir.

Ihre schlimmste Enttäuschung?

Oliver: Der Blick hinter die eigenen Kulissen. Es ist schwer, Traum und Illusion voneinander zu unterscheiden. Man könnte in diesem Zusammenhang auch von den eigenen „Wahrlügen“ sprechen.


Ihr schönster Sieg?


Oliver: Jedes Gedicht.

Bestzeit über 100 m?

Oliver: Ich war während der Schulzeit jedes Mal froh, wenn ich die 100 m ohne größere Verletzungen überstanden hatte.

Reiz-Thema SRS: Haben Sie Angst?

Oliver: So wie ich vor jeder Krankheit Angst haben könnte, deren Ausgang ungewiß ist. Meine Angst ist nicht größer oder kleiner als die Furcht vor dem HIV-Virus oder einer Krebserkrankung.


Welcher Politiker liegt Ihnen?


Oliver: Im Augenblick kann ich Ihnen nur die Namen von Politikern nennen, die größtenteils nicht mehr leben. Prägend für meine Vorstellung von Politik waren u.a. die geduldige Entschlossenheit zur Demut als Maßstab historischer Versöhnung eines Willy Brandt. Die gesellschaftsphilosophische Weitsicht Gustav Heinemanns. Die souveräne Auffassung der zivilen Wohlfahrt und ihrer friedensbedeutenden Notwendigkeit eines Theodor Heuss, oder der benennende Mut eines Richard von Weizsäcker, der den Ohnmachtsbegriff der Schuld ins Privileg der Verantwortung befreite.

Wie denken Sie über die Wirtschaftskrise und die Depressionen der Bevölkerung?

Oliver: Die Menschen müssen als verantwortungsbewusste Partner in der Krise wahrgenommen werden. Man sollte sie die politischen Entscheidungen kreativer mitgestalten lassen, und sie nicht zum schuldzuweisenden Motiv der Krise erklären. Wie wär´s denn mit „runden Tischen“ auf allen Ebenen der Gesellschaft als Korrektiv der Politik?

Promille-Grenze 0,5?

Oliver: Verantwortung und Alkohol vertragen sich nicht.


In welche Talkshow würden Sie gehen?


Oliver: Zu Herrn Friedmann. Ich wäre gespannt darauf, ob ich dem Dauerunterbrecher der hiesigen Fernsehlandschaft rhethorisch gewachsen wäre.


Spekulieren Sie noch oder wieder mit Aktien?


Oliver: Ich werde spekuliert. Irgendwie ist man ja irgendwo immer am großen Spekulationskarusell beteiligt, sobald das Geld zirkuliert.

Was würden Sie gerne können, wenn Sie Zeit oder einfach Talent dazu hätten?

Oliver: Dann würde ich eine Schreiner-Lehre machen.

Die berühmten drei Wünsche?

Oliver: Die Gesundheit des Körpers, des Geistes und der Seele. Ich glaube, dann lässt sich jede Herausforderung annehmen.

Größter Erfolg?

Im Suhrkamp Verlag veröffentlicht zu werden.

Zeit zum...
Schlafen: wenn ich müde bin und ein Bett in der Nähe ist...
Fernsehen: Ich habe zur Zeit keinen. Weder das äußere noch die innere Gestalt überzeugen mich...
Zeitunglesen: Täglich die Süddeutsche Zeitung und hin und wieder die FAZ. Am Wochenende meistens DIE ZEIT. Beim unregelmäßig regelmäßigen Frühstück im Café Vetter und bei einer guten Butterbrezel in der Regel die heimische Presse.
Telefonieren: Wenn es denn sein muß, bin ich ein Viel- und Langtelefonierer.
Internet: Jeden Tag

Speise: Fleischküchle
Schauspieler: Marlene Dietrich
Urlaubsziel: Irgendwann wieder einmal nach Havanna...
Parfum: Jean-Paul Gaultier
Traumauto: Wrangler Jeep
TV-Sendung: Tatort
Kleidung: Die italienische Mode ist eine Augenweide..
Kneipe: Das Gasthaus „Zur Blume“ oder den „Löwen“, wenn ich Lust darauf habe, essen zu gehen.
Musik: Je nach Laune. Viel Flamenco und immer wieder das Cello-Spiel von Pablo Casals.

Erstes Gedicht: Mit 12 und auf alemannisch...“Wo d Buure ihre Matte maie...“
Erster Kuss: Ich glaube, das war mit 14. Ich hörte auf einer Waldlichtung Cat Stevens und der Mond schien auf ungeahnte Landschaften...
Erste Zigarette: Mit 17 und heimlich
Erstes Auto: Ein weißer VW-Bus als ich 26 war.
Erster Job: Mit 14 gab ich meinen ersten Spanisch-Kurs an der VHS.

Email-Interview. Stuttgarter Nachrichten. August 2004

Armin Friedl

1.

Waren Sie schon einmal in Kairo, bzw. in einer vergleichbaren Stadt oder waren Sie schon einmal in einem arabischen Land?

In Städten, die so groß sind, - Megalopolis sagt man ja auch dazu - war ich schon häufiger. In Mexiko-City, Sao Paulo, New York oder Lima z. B. In der peruanischen Hauptstadt habe ich immer wieder und über Jahre hinweg mit Straßenkindern und in den Slums gearbeitet. Auch mein Aufenthalt in Manila war von Begegnungen geprägt, die ich nicht mehr vergessen werde. Ich habe jedoch zum ersten Mal in meinem Leben ein arabisches Land besucht.

2.

Wie sind Sie dort vorgegangen, d.h. welche Rolle spielte bei Ihnen der touristische Aspekt?

Vielleicht ist man in einem fremden Land zunächst ja immer eine Art „Tourist“. Meine Absicht war es jedoch nicht, Kairo mit dem Wissensdurst und der Neugierde des klassischen Touristen zu erkunden. Ich wollte keine touristisch geprägten Streifzüge erleben, vielmehr für ein paar Wochen ins Lebendige dieser Stadt eintauchen, in das, was mich unverhofft berühren würde: Gesichter, Straßen, Geräusche, Gerüche, Gewohntes und Unbegreifliches.
Zu meiner Erklärung: Ich bin auch auf anderen Reisen nicht derjenige, den es zu den sogenannten touristischen Sehenswürdigkeiten zieht. Mich reizt eher das Unbekannte, im Grunde die Mentalität der Menschen, deren Alltag, die ja die sogenannten „touristischen Attraktionen“ erst entstehen lassen. Vor allem beschäftigt mich dann ihre Lebensvorstellung und der Glaube, der den Alltag gestaltet.

Andersherum gefragt. Es gibt Orte, an denen Ausländer weniger erwünscht sind, etwa die Totenstadt oder Viertel außerhalb touristischer Zentren, die dementsprechend keine Sehenswürdigkeiten zu bieten haben. Haben Sie sich dort auch aufgehalten?

Ja. Ich war z.B. in der Totenstadt. Ich wollte sie unbedingt sehen, weil ich mir einfach nicht vorstellen konnte, dass dort Menschen leben, Schulen unterhalten werden und Kinder spielen. Nach meinem Besuch dort ist sogar ein Gedicht entstanden:


dead city, “Stadt der Toten”

das wichtigste gedicht
sagt Girgis



Insgesamt bin ich fast 4 Wochen in Kairo gewesen, und ich könnte Ihnen im Grunde nicht von einer einzigen negativen Erfahrung erzählen. Ich bin dort hingegangen, wo mich meine Neugier und mein Instinkt hingebracht haben. Der Zufall war mir wichtig. Ich wollte einfach nur entdecken und mich in dieser Stadt herschreiben. Ich hatte nie eine andere Absicht und mehr war auch nicht zu leisten.

3.

Haben Sie sich im Vorfeld auf diesen Aufenthalt vorbereitet, etwa mit dem Erlernen der Sprache?

Nein, ich bin quasi „unbelastet“ nach Kairo geflogen. Erst im Flugzeug wurde mir klar, dass ich mich auf eine mir völlig fremde Welt einlassen würde. Aber ich bereite mich selten auf eine andere Kultur vor. Ich muss die mir fremde Welt immer erst erleben, und dann kann ich sie nachbereiten, wenn Sie so wollen. Ein Nachspuren dessen, was ich geistig, seelisch und körperlich erfahren habe. Erst jetzt will ich (könnte ich) zum Beispiel Arabisch lernen. Nach meinem Aufenthalt in Kairo ist jetzt eine Beziehung hergestellt, die mich in diese Sprache motiviert. Durch die Begegnungen in Kairo ist mir diese Sprache lebendig geworden und verbindet mich mit Namen, Gesichtern, Augenblicken.

4.


Haben Sie den Kontakt zu den Menschen vor Ort gesucht?


Immer wieder. Beim Einkaufen, in den Kaffeehäusern, auf der Straße. Bei den vielen Begegnungen mit Schriftstellern, Studierenden und Literaturinteressierten, die das Goethe-Institut für mich vorbereitet hatte. Auch die intensiven und ausführlichen Gespräche mit Journalisten der arabischsprachigen Medien könnte man als Landschafts- und Gesellschaftskunde bezeichnen. Es war ja insgesamt eine sehr privilegierte Reise.
Die unverhofften Gespräche in den Kaffeehäusern und in der Moschee gehören zu den nachhaltigsten Erlebnissen. Mit Händen und Füßen haben wir geredet, gestützt durch das Englische, Deutsche und Spanische und die Lust am Neuen.

5.

Wo haben Sie dort gelebt?

Ich habe in einem Hotel im Stadtteil Zamalek, auf einer der Nilinseln in Kairo, gewohnt. War aber auch häufiger privat bei Schriftstellerfreunden in anderen Stadtvierteln zu Hause.

6.

Konnten die Kairener Ihr Tagebuch überhaupt lesen? Wenn ja, wie waren die Reaktionen darauf?

Meine Aufzeichnungen, im Grunde Skizzen und Entwürfe der Eindrücke, die ich mir geholt habe, wurden jeden Tag von einem hervorragenden Kenner der deutschen und arabischen Sprache, Tarik Bary, der in Neuseeland lebt, ins Arabische übersetzt. Es gab viele sehr positive Reaktionen seitens der arabischsprachigen Medien und der Leserinnen und Leser des Tagebuches.. Manche sind übrigens im Forum, das für die möglichen Reaktionen auf der Homepage eingerichtet worden ist, nachzulesen.

7.


Nach meinen Erfahrungen ist der Ägypter nicht sehr belesen, weder literarisch noch nachrichtlich. Die Quote der Analphabeten ist ja auch ziemlich hoch. Wenn Sie diese Erfahrung gemacht haben, wie bewegen sie sich als Schriftsteller in einem solchen Raum?


Da schneiden Sie ein sehr widersprüchliches Thema an... Das mit der „Belesenheit“ ist so ne Sache. Wie „belesen“ sind „die Deutschen“ oder „die Spanier“. Es gibt ja dieses schöne Wortspiel der „Analphabeten und Alphabestien“... Aber vielleicht ist dort im Vergleich zu uns, wenn wir die Gesellschaften überhaupt auf dieser Ebene vergleichen wollen, das Zuhören ausgeprägter. Das ist ja auch eine Qualität, die wünschenswert ist. Und da ich davon ausgehe, dass jeder Mensch Poesie in sich trägt – in Deutschland ebenso wie in Ägypten oder anderen Ländern –, waren die Begegnungen auch mit denjenigen intensiv, die keine Bücher lasen. Das gesprochene Wort ist dort sicherlich mindestens genau so wichtig, wenn nicht gar wichtiger als das geschriebene.

8.

Haben Sie ägyptische Literatur kennen gelernt abseits von Nagib Mahfouz? Wenn ja, beschreiben Sie doch einmal deren Themen und Herangehensweise.

Ich war fast jeden Tag mit dem Dichter Girgis Shoukry zusammen. Ein außergewöhnlicher Lyriker. Sein großes Thema ist die Einsamkeit des Dichters, des Menschen. In seiner Lyrik fand ich einen anderen, der traditionellen Form weniger verhafteten Stil. Ein sprachlicher Aufbruch. Aus den alltäglichen Dingen und Gebrauchsgegenständen heraus – ein Mantel, ein Hammer, Schutz und Werkzeug – erschreibt Shoukry sich die Fragen ums Miteinander; um das Gemeinsame, in dem ja schon das Einsame als Wort schlummert. Er verwendet dabei eine schnörkellosen, direkte Sprache. Ebenso Iman Mirsal, die in ihren Gedichten z.T. die grauenvollsten Wirklichkeiten einer Stadt wie Kairo benennt. Z. b. „(...) die abgetriebenen Embryonen im Müll...“in diesen vollgeladenen Karawanen von Hauhaltsmüll, / in einem Stück Leinen, das längst nicht mehr weiß ist, / zahllose Föten, / mit vor Schreck weit aufgerissenen Augen, / unfähig, auf die Bäuche zu weisen, / die sie ausgetrieben haben.“
Gelesen habe ich auch ein paar Erzählfragmente von Ibrahim Farghali, der als Stadtschreiber nach Stuttgart kommen wird. Ein Autor, der in seinen Texten u.a. auch die zwischenmenschlichen Beziehungen, die Liebe zwischen Mann und Frau, auch erotisch und sexuell, Schicht um Schicht freischält...

9.

Haben Sie den ägyptischen Schriftsteller, der nach Stuttgart kommt, schon kennen gelernt?

Ja, ich bin Ibrahim Farghali in Kairo mehrfach begegnet. Bei Gesprächen nach Veranstaltungen und in literarischen Fragen tiefergehend, als er mit mir ein Interview für die Tageszeitung Al-Ahram führte. Er ist auch journalistisch für diese größte Tageszeitung Ägyptens tätig. Ein sehr belesener und poetologisch interessierter Autor.

10.

Haben Sie Tipps, die Sie ihm auf den Weg mitgeben können?

Im Grunde keinen. Doch, vielleicht einen, aber das wird er wahrscheinlich auch selber wissen: Sich einzulassen, auf das, was er in Stuttgart erleben wird und ungeachtet der Reaktionen, die es geben könnte, einfach nur schreiben. Sich selber fortschreiben und sich aus den vielfältigen Begegnungen herschreiben, sich in sie hineinschreiben. Als möglicher Entwurf, wenigstens etwas von dem allen zu begreifen. Jenseits der Vorstellungen, die man von der jeweils anderen Welt oder Gesellschaft im Reisegepäck mitbringt...

Entrevista, EL PAIS, BABELIA - 09-11-2002

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LAS LETRAS ALEMANAS HOY
ENTREVISTA: José F. A. Oliver




'Alemania es un poeta turco, griego o español'




CIRO KRAUTHAUSEN



Autor de nueve libros -los dos más recientes, fernlautmetz (2000) y nachtrandspuren (2002), publicados en la prestigiosa editorial Suhrkamp-, José F. A. Oliver es una de las voces más notables de la poesía contemporánea en alemán. Gracias a lecturas públicas y talleres con jóvenes dentro y fuera del país, e invitaciones como la de trabajar de catedrático en la Universidad MIT en Cambridge (Estados Unidos) o desempeñarse como poeta laureatus en Dresde, este hijo de inmigrantes andaluces, nacido en 1961 en la Selva Negra, puede vivir de su escritura. De viaje por Alemania, entabla un diálogo con Babelia a través de Internet.

PREGUNTA. ¿Conoce la expresión 'patria chica'? ¿Es apropiada para definir lo que para usted significa Hausach, una localidad de escasos 6.000 habitantes, en plena Selva Negra alemana?

RESPUESTA. No tengo 'patria grande', así que tampoco hablaría de una 'patria chica'. Son los terruños humanos los que me inspiran y los que traduciría con una palabra muy alemana: Heimat. A veces, suelo hablar incluso de mi selvanegrino pueblo andaluz cuando me refiero a Hausach, mi aldea natal. A principios de los sesenta, a este peculiar lugar, llegaron unas treinta familias de Andalucía, casi todas de Málaga.

P. Cuéntenos un poco de esa historia.

R. Mis padres emigraron en 1960 y comenzaron a trabajar en una fábrica de sombreros. Habían previsto quedarse dos o tres años, pero nacimos nosotros, sus cuatro hijos. Con nosotros crecieron otras responsabilidades. Ante todo, el reto de una buena educación escolar. Fuimos a dos colegios: por la mañana, a un colegio alemán, y, por la tarde, a uno español. Mi niñez fue una casa de dos pisos. En el primero se hablaba el dialecto de la región selvanegrina de Kinzigtal, el alemánico, mientras que en el segundo la cultura era andaluza. Se podría decir que me he criado con, entre, y a pesar de dos mundos dispares... Para el niño fue una aventura, un gran juego; para el adolescente, un dilema vital, al no saber si era español o alemán, y, para el adulto, ya más maduro, una riqueza enorme: me nutro de dos lenguas, dos maneras de ser, dos formas de vivir. En el fondo creo que tengo dos madres... ¿Se podría decir matrias? Sí, matrias. Me gusta la palabra.

P. ¿Fue también éste el punto de partida de su escritura?

R. Sí, quise entender la textura rara que se llama Oliver. Cuando tenía 14 o 15 años me sentí muy solo con las preguntas provocadas por mi doble ser. Y, en la soledad, una simple hoja de papel y un lápiz se hacen cómplices de los sentimientos. Aunque, pensándolo bien, empecé a escribir antes de aprender el abecedario, por todo lo que viví desde chico: los versos que recitó mi madre, su gracia, las nanas que cantó -las de Lorca, por ejemplo-, el sentido del 'andaluz universal' que emigró y con el que me crié... Aparte, tenía mi entorno alemánico, un verdemar misterioso, el dialecto de esta región histórica, cuajao de imágenes. La decisión de vivir no sólo con mi poesía sino también de ella llegó durante mis estudios en la Universidad de Friburgo.

P. La crítica alemana, a veces, recurre a tópicos sobre lo que es España a la hora de describir su obra. ¿Qué hay de español en sus poemas?

R. Aparte de que hasta hoy día mantengo mi pasaporte español, llevo el ritmo del cante jondo en mis sentimientos. También la presencia de la muerte es algo muy vivo en mis versos. Creo que ése es un anhelo muy español: vivir y saborear la vida tocando muerte.

P. En sus libros más recientes cobran importancia otros temas: el amor y el erotismo, pero también las impresiones recabadas durante sus extensos viajes. ¿De lo local a lo global?

R. El amor y el erotismo me entregan la ternura y la pasión que necesito para escribir, mientras que lo global no me parece una categoría apropiada. Ya la inmigración laboral supuso el desembarco del mundo en mi pueblo de la Selva Negra, y lo mismo sucedió en toda Alemania, que se encontró con más de doce millones de trabajadores extranjeros que intervivieron en este país a lo largo de los últimos 50 años. La biculturalidad, el bilingüismo, o la másculturalidad, como yo la llamo, es el pulmón de este país.

P. El alemán, el español y el dialecto alemánico. ¿Cómo ha marcado el trilingüismo su poesía?

R. Falta el andaluz, que no es lengua pero sí cultura. El espacio de la tensión poética en mi obra es la síntesis de estos idiomas y su encuentro o desencuentro.

P. A diferencia de lo que sucede en sus primeros libros, en sus poemas más recientes ya casi no hay incisos en español.

R. Lo español ya se ha vuelto esencia de la lengua alemana que esbozo. Están mi pasado y su ritmo, y está el reto de mi presencia, que, de origen, no es alemana, pero que sí pretende vivir lo alemán e impulsar la evolución de su idioma. Alemania, hoy día, es también un poeta turco, griego, italiano o español, o, mejor dicho, la literatura escrita por éstos en lengua alemana. No soy un poeta alemán, pero sí un poeta en alemán.

P. Es evidente en estos textos la intención de explorar al máximo las posibilidades del idioma, reinventándolo hasta tal punto de que ya resulta casi imposible traducirlo al español. Sólo usted podría hacerlo, rescribiéndolos. ¿Lo hará un día?

R. Quizá, algún día, escribiré variaciones. No sé si podré traducirme como lo haría un traductor. Tendría la impresión de repetirme, por haber escrito ya lo que tenía que decir. Además, no quisiera traducirme sino seguir escribiéndome. Intento acercarme a una realidad cambiante que exige una lengua abierta, que mantenga el paso o vaya más allá aún: conceptos en movimiento, una relectura de su gramática y del sent:ido de sus palabras. Viéndolo así, es el poema quien me traduce, y yo digo mi poesía al alemán y, si es necesario, al español. Escribo en español cuando estoy en un país donde se hable la lengua de mis padres, pero prefiero el alemán por su incomparable fragilidad poética y la cicatrizada ternura que revela su profundidad. Toda poesía late en él. Encima (o debajo) de esta lengua encuentro aquella fuerza creadora que es un porvenir: la de construir palabras nuevas que apuntan (a) la paralelidad de nuestro tiempo. La lengua alemana une la poesía con la racionalidad filosófica. Es penoso que durante muchos años se haya menospreciado su energía poética.

P. Muchos de sus versos son muy herméticos. ¿Qué es más importante: comprender la idea detrás de un poema o percibir la sensación que transmite?

R. Toda lengua es hermética. Empezando por la palabra 'amor' y terminando por las sílabas inconfundibles de la 'muerte'. Me parecen importantes ambos aspectos: la filosofía y la poesía. El tras:verso, y su cuerpo visible y audible.

P. En sus lecturas públicas, usted recurre incluso al canto.

R. Un poema es una partitura. Hay que pronunciar y escuchar sus voces, hay que darles un espacio en el que se compruebe su veracidad, hay que cantarlas.

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